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Tag 2

Ich hab geschlafen wie ein Ziegelstein. ;-)

Eigentlich wollte ich mir um 22:00 noch eine Sendung im Fernsehen ansehen, aber so gegen halb zehn muss ich wohl eingeschlafen sein. Ich war fix und alle.

Heute Tagwache 6.30 Uhr, Dusche, Frühstück und um 8 Uhr ab zum ersten Tagespunkt am Therapieplan: eine Info-Veranstaltung über Ernährung. War nur allgemeines Zeugs, intensive Einzelbetreuung wird bei Bedarf angeboten. Aber ich denke, ich muss erst mal ein bisschen einen Überblick bekommen, wie das hier alles so läuft. Auch meine Therapeutin hat gesagt "manchmal ist weniger mehr, wir wollen Sie ja hier nicht überfordern oder riskieren, dass sich Ihr Zustand sogar verschlechtert" Also das hat (zumindest für mich) noch Zeit ;-)

Anschließend gings schon ein wenig heftiger los. Ich meine, ich muss hier nochmals betonen, dass hier alle ganz ganz lieb und verständnisvoll sind, aber wenn man sich auf all das voll und ganz einlässt - und das habe ich vor, und tue es - dann ist das schon recht anstrengend, vor allem psychisch, und das geht dann auch tief. Während der darauffolgenden Gruppenstunde habe ich bei einer Achtsamkeitsübung zu weinen begonnen, weil ich plötzlich Angst gespürt habe. In dem Moment, wo ich mich ganz auf mich und "mein Bauchgefühl" konzentriert habe, war ich plötzlich voller Panik. Und ich hab geweint und geweint. Es hat mich fertig gemacht, dass ich mich noch nicht auskenne hier, ich habe ständig Angst (völlig unbegründet, denn es passiert nichts) dass ich zu spät komme, verschlafe, etwas nicht finde, ... Ich denke, ich kann nicht gut damit umgehen, keine Kontrolle über die Situation zu haben. Aber der Stimmungsumschwung war von 0 auf 100 da und beschäftigt mich nun schon seit Stunden. Ich kenne mich so nicht. Es macht mich wahnsinnig, dass hier alle "so viel Zeit haben", dass hier alles so langsam passiert und ständig alles wiederholt wird. Ich bin normalerweise ein sehr geselliger Mensch, aber hier, zur Zeit, möchte ich am liebsten unsichtbar sein, und wenn ich nicht irgendwo eine Pflichtveranstaltung habe, verziehe ich mich in mein Zimmer und seufze tief, wenn ich die Tür von innen hinter mir geschlossen habe... das ist sehr seltsam. Früher war es doch immer so wichtig für mich, dass mich alle mögen und loben, dass ich zu einer Gruppe dazu gehöre, ... dieses Bedürfnis habe ich - zumindest derzeit - überhaupt nicht. (Gott sei Dank ist dieser PC-Raum hier schlecht frequentiert, so sitze ich jetzt hier auch allein). Danach hat sich noch irgendwer über eine unfreundliche Dame im Speisesaal beschwert und dann hatte ich zwei Stunden Pause.

Plötzlich hatte ich innerlich voll Stress, habe mich angezogen, bin zur Rezeption um einen Stadtplan fragen und bin ins Zentrum spaziert (Auto habe ich ja hier keines), habe mir eine Mappe, Post its und Marker gekauft, weil ich nicht umgehen konnte mit der Tatsache, dass ich schon 5 Zettel bekommen hatte, und keine Möglichkeit, sie irgendwo einzuordnen.

Für gesunde Menschen mögen sich meine Beschreibungen sicherlich bescheuert oder lustig anhören - ich selbst hätte vor ein paar Jahren auch so gedacht - aber in meinem Zustand, mit dieser Krankheit, stellen solche "Kleinigkeiten" echte Probleme dar. Daher bitte ich euch, macht mit den Infos was ihr wollt, aber belächelt mich nicht, denn das ist tatsächlich kein Spaß. Für niemanden.

 Nachmittags gabs einen Vortrag über Hypnose, das war wirklich sehr interessant, und ich bin froh, dass meine BT (=Bezugstherapeutin) mit dieser Methodik auch arbeitet. Ich wurde noch nie hypnotisiert, bin aber sehr neugierig und auch daran interessiert, Selbsthypnose zu erlernen. Das ist sicher spannend.

Last but not least hatte ich heute die erste Einzeltherapie-Stunde mit meiner BT - die ist seeeeeeeeeehr lieb, und nach allgemeinen Fragen und Definition von 2 Zielen (Selbstwert/Abgrenzung und berufliche Neuorientierung) habe ich dann noch schöne Wahl-Therapien bekommen: Zen-Meditation, Selbstwert finden/steigern/halten, In Bewegung kommen (ich bin ja ein faules Aas, wenns um Bewegung geht) und Kreativität und Entspannung.

Außerdem durfte ich mir noch 3 Samstags-Workshops aussuchen:

- Märchenstunde

- Yoga

- Hier bin ich

Dass ich mir jetzt für jeden Tag der ersten Woche einen eigenen, schön übersichtlichen Plan selbst geschrieben und in meinem Zimmer gut sichtbar aufgehängt habe, muss ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen ... :-(

Aber ich werde hier echt alles machen und mitnehmen, was geht, denn ich will wieder gesund werden, ich will heraus finden, wer ich bin, oder besser, wer ich SEIN WILL, ich will LEBEN und wieder GLÜCKLICH SEIN.

Jetzt freue ich mich mal auf das Abendessen und einen entspannten Abend, bevor es morgen Früh wieder los geht. Morgen steht dann auch schon ein bisschen Bewegung am Plan ... ich werde euch berichten! ;-)

Alles Liebe

Marie-Valerie 

10.2.15 17:46

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