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Hallo liebe Leser!

Ich fahre morgen für 6 Wochen auf Reha ... ich bin vor 7 Monaten am Weg in die Arbeit zusammen gebrochen, Diagnose Burn Out, Depressionen, Panikattacken. Das volle Programm.

Vorgestern war ich bei meinem Vertriebsdirektor vorgeladen und habe die Kündigung erhalten.

Eigentlich wäre ich erst im Mai auf Reha gefahren, aber letzten Dienstag wurde ich angerufen, ich könnte schon jetzt kommen. Dass das Gespräch in meiner Arbeit jetzt noch davor war, war im Endeffekt das Beste, was mir passieren konnte. Ja klar, ich bin aus allen Wolken gefallen. Ich war immer loyal, hab mir den A*** aufgerissen, habe alles und jeden, inklusive meiner 13jährigen Tochter vernachlässigt, habe mehr geleistet als das restliche Team zusammen ... und das ist der Dank dafür. Ich habe mich gedemütigt gefühlt. Ich bin gekränkt und enttäuscht. Ganz ehrlich.

Irgendwo, ganz tief in mir drinnen, ist ein kleiner Teil, der weiß, dass es das beste ist, was mir passieren konnte, aber jetzt stehe ich da und weiß nicht, wohin. Also wohin ich gehen soll.

 

Solange ich denken kann, habe ich immer "gut funktioniert". Und mich selbst dabei vergessen. Und teilweise passiert mir das heute noch. Aber durch die Therapie lerne ich Schritt für Schritt, besser auf mich Acht zu geben, meine Prioritäten anders zu setzen.

 

Ganz kurz über meine Person: ich bin 34 Jahre alt und habe eine 13jährige Tochter. Außerdem zwei Katzen, meine Süßen. Mann gibt es keinen in meinem Leben, also zumindest keinen an meiner Seite.

Die letzten 5 Tage habe ich wieder gemerkt, was für tolle Freunde ich habe. Sie haben mit mir Listen geschrieben, organisiert, eingekauft, hergerichtet, eingepackt, Auto beladen, Wohnung geputzt und morgen bringen mich zwei von ihnen in das schöne Oberösterreich. Ohne sie hätte ich mich in den vergangenen Tagen bestimmt aufgehängt. Aber immer waren sie da und haben mich aufgefangen. In den letzten 5 Tagen, und auch in den 7 Monaten.

 

Ich finde es immer interessant, dass jeder von ihnen mit meiner Krankheit anders umgeht, und jeder seine Stärken einbringt um mich zu unterstützen. Die eine hat gute Ratschläge, die andere packt einfach an, wieder eine andere nimmt mich einfach in den Arm ... ich bin wirklich dankbar für solch ein soziales Netz.

So, also jetzt ist alles gepackt und im Auto. Morgen um 6 Uhr Früh geht's los. Wir werden zwei bis drei Stunden fahren, je nach Wetter, und dann bin ich gespannt, was mich dort erwartet. Ich hoffe, ich bekomme ein Einzelzimmer. Ich bin zwar grundsätzlich ein geselliger Mensch, aber ich glaube gerade in so einer Situation ist es mir lieber, wenn ich einen Rückzugsort nur für mich alleine habe.

Im Internet sieht das ja alles ganz toll aus. In meiner Selbsthilfegruppe wurde mir auch schon einiges erzählt, Einzeltherapien, Gruppentherapien, Sport und Bewegung, Ernährungsberatung, Maltherapie, Tanztherapie.... ich habe fest vor, mich dort auf alles voll einzulassen und (neu) herauszufinden, wer ich bin, wer ich sein will und wohin ich gehen will.

Ich habe zwar große Angst davor, aber ich habe jetzt das Privileg, nochmal ganz von vorne anfangen zu dürfen, und diese Chance werde ich nutzen.

Ich sehe diesen Blog als Wegbegleiter aus meiner Krankheit hinaus in ein neues Leben hinein. Ich freue mich, wenn ihr mir dabei folgt

Ich werde euch regelmäßig berichten wie es mir geht und wie alles weitergeht. Begleitet mich auf einer spannenden Reise.

Allen da draußen, denen es vielleicht ähnlich geht, sollen meine Worte Trost spenden, Verständnis entgegenbringen und Hoffnung machen.

Ich habe Angst - aber ich freue mich auch auf (m)ein Abenteuer.

 

Alles Liebe,

eure Marie Valerie

8.2.15 21:23

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